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Fahrten

Exkursionen ins Watt, Klassenfahrten nach Berlin oder in das Ruhrgebiet oder Studienfahrten nach Skandinavien oder Groß-Britannien haben eine lange Tradition an unserer Schule und sollen auch in Zukunft einen festen Platz in der Schullaufbahn unserer Schüler einnehmen. Es sollen damit nicht nur Naturphänomene oder fremde Länder und Kulturen näher gebracht werden, sondern auch das soziale Gefüge der Schüler untereinander gestärkt werden.
Für den Französisch-Kurs (Stufe 11) findet zusätzlich ein Austausch unter Leitung Hr. Popp mit einer schweizer Schule statt, indem die französisch-Kenntnisse in der Praxis erprobt werden können.
Seit einiger Zeit werden zudem regelmäßig Fahrten nach Panama unter Leitung Hr. Bleich durchgeführt. Hier erhält die Fahrt zusätzlich noch einen sozialen Auftrag, indem vor Ort Projekte für die Bevölkerung durchgeführt werden.

Eine Klassenfahrt - ausgerechnet in den 'Ruhrpott'?
Für Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein gibt es kaum ein interessanteres Klassenfahrt-Ziel als das Ruhrgebiet. Denn die Bandbreite der möglichen Aktivitäten ist derart groß, dass man sie unmöglich in den wenigen Tagen einer Klassenfahrt auch nur annähernd abdecken könnte. Hier lässt sich (wie nirgendwo anders) die Forderung nach der Wahl eines '... anderen Lernortes ...' aus den Richtlinien für Schulausflüge erfüllen, denn das Ruhrgebiet ist wahrlich ein anderer und geradezu unerschöpflicher Lernort für Kinder und Jugendliche aus dem ländlich und weitgehend sogar noch agrar geprägten Schleswig-Holstein. Auch eine weitere Forderung aus den Richtlinien kann hier ausgezeichnet umgesetzt werden: 'Schulausflüge haben im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsziele im wesentlichen die Aufgabe, im Unterricht behandelte Themen zu vertiefen, zu veranschaulichen und durch Aktivitäten zu ergänzen, die über die Möglichkeiten des Unterrichts hinausgehen ...' Im Ballungsraum zwischen Dortmund und Düsseldorf finden beispielsweise

* die Historiker das moderne und hochinteressante Neanderthalmuseum bei Mettmann, die ältesten Kohlestollen bei Witten, das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum, den Landschaftspark zur Industriegeschichte in Duisburg, die Zeche Zollverein in Essen sowie di-verse Museen zur Kulturgeschichte dieser Region,

* die Geographen Möglichkeiten zu Werksbesichtigungen (OPEL in Bochum, Thyssen in Duisburg etc.), das Planetarium in Bochum, hervorragende Beispiele verschiedener Stadtentwicklungen bis hin zu einer neuen Retorten-Stadt (Oberhausen, Neue Mitte), Standort-fragen von Industrie, Handel und Dienstleistungen, industriell geprägte Infrastuktur mit einem einmalig ausgebauten Verkehrsnetz, diverse Belege für den Strukturwandel einer ganzen Region, Naherholungsgebietsplanung für Millionenstädte,

* die Musiker mehrere Musicals (Grease, Starlight Express, Joseph), Oper in Bochum, Konzerte jeglicher Musikrichtung, Museen zur Musikgeschichte

* die Kunstlehrer verschiedene Ausstellungen in einem unvergleichlichen Industrie-Ambiente (Gasometer in Oberhausen, Landschaftspark in Duisburg, 'Sonne, Mond und Sterne' in Essen), Filmproduktion bei 'Warner-Brothers-Movie-World'

* die Sportler mehrere Fußball-Bundesliga-Vereine und Besuchsmöglichkeit bei deren Spielen, Schwimmbäder, Eislaufhallen und diverse Trainingsanlagen.

Es empfiehlt sich, mit der Bahn anzureisen, denn diese ist insbesondere bei An- und Abreise an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag besonders preisgünstig (70% Ermäßigung!). Außerdem ist das OPNV-Netz im Ruhrgebiet so hervorragend ausgebaut, dass man jederzeit und nahezu überall hinkommen kann. Unsere Schülerinnen und Schüler können auf diese Weise auch einmal das 'Studium' von Kursbüchern, Liniennetzplänen etc. erlernen, denn in ihrem Heimatort sind sie i.d.R. nicht darauf angewiesen. Dabei hat es sich bewährt, am Vortag zwei oder drei Schüler als 'Navigatoren' für den Folgetag auszusuchen und ihnen hinreichend Gelegenheit zum selbständigen Erarbeiten eines kompletten Tagesfahrplanes zu bieten. Nicht verschwiegen werden sollten allerdings die Unfallgefahr sowie die unvergleichlich größeren Konsum-Anfechtungen im Vergleich zu Reisezielen wie dem Bayerischen Wald, der Lüneburger Heide oder anderen ländlichen Regionen. In Großstädten müssen die Lehrer zweifellos besonders intensiv auf die Einhaltung vorgegebener Regeln achten. Andererseits legen meine durchweg positiven Erfahrungen aus nunmehr drei Klassenfahrten ins Ruhrgebiet (9.Klasse) die Vermutung nahe, dass möglicherweise sogar der Umkehrschluss zulässig ist: Unsere Schülerinnen und Schüler haben nämlich einen derart großen Respekt vor den Gefahren des 'Molochs Großstadt', dass sie sich hier sehr viel vorsichtiger und disziplinierter bewegen als in der trügerisch risikofreien Natur. Ein stets volles Programm ließ Langeweile gar nicht erst aufkommen und trug dazu bei, dass ausnahmslos alle Schüler begeistert waren von den Klassenfahrten in den vermeintlich doch so schmutzigen und stinkenden Ruhrpott.

Hi