EILUN FEER SKUUL
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Gymnasium & Gemeinschaftsschule Insel Föhr
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Presseberichte
Presseberichte des Jahres 2004
Auch nach der Pensionierung ist Bruno Heller nicht im Ruhestand
Liebe auf den ersten Blick war es nicht, die Bruno Heller für die Insel Föhr empfand. "Ich habe mich anfangs sehr schwer mit diesem Eiland getan", gesteht er. Doch er hat sich in den fast 50 Jahren seines Insellebens an Föhr gewöhnt, hat eine Familie gegründet und ein Haus gebaut. Der erste Eindruck, den der pensionierte Studiendirektor vermittelt, täuscht nicht: Er ist ein Mann der Wissenschaft, ein Mensch des Wortes und der Schrift, der sich noch lange nicht zur Ruhe setzen will. 1929 in Ostpreußen geboren und in einem konservativen, gutbürgerlichen Elternhaus aufgewachsen, kam er mit seiner Familie 1936 nach Marienwerder und anschließend in das damalige Gotenhafen. 1945 floh die Familie in den Wirren der letzten Kriegsmonate und fand in Lübeck ein neues Zuhause. Hier machte Bruno Heller 1947 sein Abitur und studierte in Kiel Physik, Deutsch und Philosphie. In diesen Fächern legte er sein Staatsexamen ab. 1956 wurde der Ostpreuße ans Gymnasium in Wyk geschickt und unterrichtete dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991. Die kleine, ruhige Schule, erzählt er, habe ihm Gelegenheit gegeben, sich mit seinen Hobbys - der Modelleisenbahn und der Malerei - zu beschäftigen und sich außerdem an Fortbildungsveranstaltungen für Philosophielehrer zu beteiligen. Kaum im Ruhestand, übernahm Bruno Heller 1991 die Leitung der Volkshochschule, die er erst vor drei Jahren abgab. Bruno Heller erinnert sich gerne an seine Zeit in der VHS, hier gab er Kurse in Kulturgeschichte, Philosophie, Deutsche Lyrik und Neu-Griechisch. Nach der Wende bot der Pensionär, durch einen Kontakt mit der Universität Halle, seine Dienste als Dozent zur Ausbildung von Philosophielehrern in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an. "Ich habe in diesen Bundesländern mitgeholfen, ein Vakuum auszufüllen, zu Zeiten der DDR gab es keine nämlich ausgebildeten Philosophielehrer" sagt er. Der nimmermüde "Schreibtisch-Mensch", wie er sich selbst bezeichnet, hat inzwischen über zehn Bücher über Philosophie, Modell-Eisenbahn-Elektronik, Kybernetik und Computer geschrieben. Seinem großen Hobby, der Modell-Eisenbahn, geht er nach wie vor mit Leidenschaft nach, hier hat der begeisterte Tüftler elektronische Schaltungen entwickelt. Reisen nach Frankreich und Griechenland sind ein weiteres Hobby geworden. Die griechische Sprache ist ihm besonders ans Herz gewachsen, in einem Arbeitskreis unterrichtet er zu Hause Neu-Griechisch. Ein Leben für die Wissenschaft, aber auch ein Leben mit den Menschen, ob in der Nähe oder Ferne. "Wenn ich auf meine bisherigen Lebensjahre zurückblicke" sagt Heller " möchte ich mit den Worten des Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez sagen: "In meiner Jugend interessierte ich mich für die Frauen, später für den Wein, jetzt bin ich nur noch neugierig". Wen wundert es da, dass der 75-jährige zur Zeit an einem Buch über das "Glück" schreibt.
Ohne seine Pfeife ist Bruno Heller nicht vorstellbar.
Wyk, (ms), Der Inselbote, 16.4.2004

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