EILUN FEER SKUUL
54° 41' 32" N - 8° 33' 23" O
Gymnasium & Gemeinschaftsschule Insel Föhr
Heute ist der 19.08.2022 | letzte Homepage-Aktualisierung 2022-08-18 12:25:59

Presseberichte
Presseberichte des Jahres 2009
Clemens Meyer liest
„Ein Meister des Ungeschönten“, so die Neue Züricher Zeitung über den Schriftsteller Clemens Meyer, war auf die Insel gekommen und las im Forum des Schulzentrums aus seinen Werken „Als wir träumten“ und „Die Nacht, Die Lichter“ und stellte seinen Zuhörern Schicksale von Menschen vor, die im sozialen Abseits leben. Letztgenanntes ist sein neuestes Werk, bestehend aus 15 Kurzgeschichten aus dem gesellschaftlichen Randbereich, hierfür erhielt er den Literaturpreis 2008 der Leipziger Buchmesse. Mit sonorer, etwas rauchiger Stimme, die, so verriet der Autor, von Nikotin und Alkohol geschult worden sei, las Meyer über den Junkie, der im Wahn seine Freundin umbringt und noch bei der Verhaftung das Gesicht seiner „Marilyn Monroe“ im Fenster sieht. Auch in der gelesenen Passage seines Debütromans „Als wir träumten“ gab Meyer Einblicke in menschliche Abgründe, ins Milieu von Dealern, Prostituierten, „Knastis“ und Zuhältern und beschönigte nichts. Seine Helden träumen vom Happy End und haben doch keine Aussicht auf ein solches. Realitätsnah und überzeugend wie seine Geschichten ist auch Meyers Wortwahl, die von der „Straßensprache“ geprägt und mit der richtigen Prise Humor gewürzt ist. Einen bekannten Literaten auf die Insel zu holen und um eine Lesestunde zu bitten, ist nicht nur ein kultureller Leckerbissen, sondern auch eine logistische Leistung. Diese ist Lehrer Volker Sonnenberg und seinem Grundkurs Deutsch des 13. Jahrgangs in recht kurzer Zeit gelungen. Nur zwei Monate standen zur Verfügung, um Werke Meyers zu lesen und re-zensieren, Kontakt zum Schriftsteller aufzunehmen, Plakate zu drucken, Spenden zu sammeln und eine kleine Ausstellung im Forum zu erschaffen. So erfährt der interessierte Leser, dass der 1977 in Halle geborene und in Leipzig aufgewachsene Clemens Meyer weiß, was das Leben des „Kleinen Mannes“ bedeutet: Bevor er seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller bestreiten konnte, verdiente er sich Geld mit Bauhelfer- oder Möbelpackerjobs. Seine Liebe zur Literatur entdeckte er jedoch schon früh, wie er in einer abschließenden Fragestunde erklärte, denn nachts in Kneipen rumzuhängen und tags-über Thomas Mann zu lesen, schließe sich nicht aus.
WYK/ ger, Der Inselbote, 1.2.2009

zurück